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 Hier soll über aktuelle Entwicklungen kurz berichtet werden.

Typische Einwände und Fragen werden ebenfalls beantwortet.

Prof. Michael Schönherr, St.-Jakobus-Str. 28, 55442 Stromberg  info@m-schoenherr.de

 

 

 

 

 

Februar 2007

Wie aus der Gemeinde verlautete, ist die Aufnahme der Erschließungsmaßnahmen beschlossen, Grundstücke im Fürstengrabbereich werden bereits verkauft und damit vollendete Tatsachen geschaffen.

Über eine Nachholung der versäumten Bodenuntersuchungen ist nichts bekannt.

 

 

 

 

 

Einwand:

Es ist doch nur ihre Vermutung, dass das Grab im Neubaugebiet sei!

 

 

 

Nein, es ist nicht meine Vermutung, ich gebe nur die schriftlichen Ortsangaben der Zeitzeugen wieder und die führen allesamt mitten ins Neubaugebiet. Typisches Beispiel: Cohausen schreibt 1876, der Fundacker sei 500 Schritt nördlich der Landstraße und ebenso weit westlich vom alten Ort.  Genau dort ist das Neubaugebiet.

Wer sagt, ich vermutete dies, müsste ehrlicherweise sagen, er wisse es besser als die Zeitzeugen und Cohausen habe gelogen, ebenso der heute noch lebende Urenkel des Grabfinders, der das Grab schon immer als hinter dem Windrad liegend angibt.

 

 

 

 

 

Einwand:

Andere haben sich auch schon um den Grabort bemüht. Warum wollen gerade Sie recht haben?

 

 

 

Nicht ich will recht haben, sondern die Zeitzeugen und damit die Grabstelle müssen Ihr Recht bekommen! Es gibt keinerlei Zeitzeugenaussage, die dem von Cohausen und anderen benannten Grabort widersprechen!

 

 

 

 

 

Einwand:

Landesarchäologe Rupprecht hat doch dort gegraben, wo Sie den Grabort bezeichnet haben und nichts gefunden!

 

 

 

Dies ist unrichtig. Rupprecht hat die Grabungsgrenzen so gelegt dass die zuvor von mir mit der Geomagnetik entdeckten stärksten Bodenauffälligkeiten gerade noch ausgeklammert waren. Dennoch hat er direkt am Rand seiner Grabungsgrenze die Reste der Urne gefunden, wie diese 1870 vom Ausgräber beschrieben worden war, dies aber nicht erkannt. 

Den von mir im selben Bereich gemachten Bronzefund vom 6.2.2000 unterschlägt Rupprecht regelmäßig.

 

 

 

 

 

Einwand:

Die Ortsangaben in "Schritten" von Cohausen und die des Urenkels, das Grab sei hinter dem Windrad, sind so ungenau, dass man ein riesiges Gebiet durchsuchen müsste, das wäre für die Denkmalpflege zu teuer!

 

 

 

Das ist gleich mehrfach falsch. Der Grabfinder Peter Heckert hatte in diesem Bereich nur eine einzige Ackerparzelle. Diese war zwar 150 m lang, aber infolge generationenlanger Erbteilung nur 5 m breit, insgesamt also etwa 750 m² groß, entsprechend der Fläche eines Bauplatzes  Man müsste nur diese kleine ehemalige Parzellenfläche vom Geometer präzise einmessen lassen und würde bei dortiger Grabung mit Sicherheit die Grabstelle erfassen. Diese Einmessung ist bislang versäumt worden.

Der Mainzer Ordinarius für Archäologie Herr Prof. Dr. Christopher Pare hatte überdies eine Grabung seines Instituts mit Forschungsmitteln in Aussicht gestellt, was die Denkmalpflege gar nichts gekostet hätte. Die Hilfe wurde aber vom Landesarchäologen kategorisch abgelehnt.

bis hierher Stand 15.3.07

 

 

 

 

 

 

Nachfolgend ein Luftbild vom 30.4.07. Es zeigt das von Osten (von links unten) sich heranbewegende Neubaugebiet Waldstraße 2. Sein tief eingegrabener Fernwärmekanal und das mitwandernde Straßenfundament zielen direkt auf die Grabstelle (Pfeile). Das Feld liegt übrigens schon den zweiten Winter über brach und ist von teils vertrocknetem Unkraut hoch überwuchert. Die früher typischen Grab/Grabungsspuren sind derzeit nicht zu sehen.

 

Bis hierher Stand 3.5.07

Waldalgesheim, Neubaugebiet "Waldstraße 2" am 30.4.07

 

 

 

 

 

Das Bild unten wurde am 23.6.05 aufgenommen und zeigt ungefähr den selben Ausschnitt wie oben. Deutlich sind die Grabspuren im damals gerade aufkeimenden Getreidefeld zu sehen.

 

 

Waldalgesheim, Neubaugebiet "Waldstraße 2" am 23.6.05

 

 

Unten die 2 Bilder nochmals im Vergleich

 

 

Fürstengrab und Baugebiet Stand 30.4.07

Fürstengrab und Baugebiet Stand 23.6.05

Stand 9.5.07

 

 

 

Anfang Juni 2007

Die Zerstörung hat begonnen!

 

 

Anfang Juni hat die Zerstörung begonnen indem die Planierraupe, wie befürchtet, zur Herstellung der Straßentrasse rücksichtslos bis in ca. 40 cm Tiefe alles weggeschoben hat. Natürlich wurde ich nicht informiert - es hätte ja Weiteres auftauchen können.  Der grabortrelevante Bereich wurde offensichtlich bereits angekratzt. Eine exakte Bestimmung ist nicht möglich weil die ehemalige Fundackerparzelle nicht eingemessen wurde.

 

 

 

 

 

 

Die Planierraupe reißt die Straßentrasse in den vorgeschichtlichen Boden, Blickrichtung West

Blickrichtung Ost. Was an Kleinfunden noch möglich war, befindet sich in dem 150 m³-Haufen links hinten

 

 

 

 

 

Die zu erwartenden Kleinfunde haben im zerriebenen Dreck unter und zwischen den Raupenketten keine Chance

 

 

 

 

Landesarchäologe  Dr. Rupprecht: "Im ganzen Umfeld wurden zwar Hinweise für Gräber aus der Halltattzeit und der Römerzeit gefunden, die Grabkammer des Fürstengrabs konnte aber nicht gefunden werden".  Siehe Binger Wochenblatt vom 20.10.2005

Dass falsch gegraben wurde, ist im Hauptbericht Seite 35-40 schon dargelegt.  Aber was ist mit den  hallstattzeitlichen und römerzeitlichen Gräbern im ganzen Umfeld? Deren Überreste werden doch logischerweise nun zermalmt, Herr Landesarchäologe?  Entweder waren diese Hinweise eine Ausflucht oder Sie wollen  Tabula rasa auf dem vorgeschichtlichen Areal um jeden Preis. Warum wohl?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

August 2007

Die Zerstörung setzt sich fort

 

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