Geschichte der Meßfahrzeuge

 

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Die ersten Meßfahrzeuge ab 1978 (Schmid, Kofler, Rostan, Schönherr) zurück zur Startseite

 

Oben: Die Testmannschaft mit dem unvergessenen Ali Schmid (Aus drachenflieger 6/81)

  Vom Verfasser waren bereist 1975 neue Verfahren entwickelt worden, mit denen die Windkanalversuche an Drachenflügeln im Eidgenössischen Flugzeugwerk Emmen im Hinblick auf Gewichtskraftsteuerung und Flattersturz über ein FORTRAN-Programm auf dem Großrechner ausgewertet wurden. Danach erschien 2 Jahre lang im Drachenfliegermagazin, (heute "Fly and glide") die Aufsatzreihe des Verfassers: "Der Flattersturz und seine Überwindung", in welcher alle bis heute gültigen Flugmechanik-Probleme der Flexiblen, inklusive Tuck und Stabilisierung durch tiefe Schwerpunktlage (Gleitschirm) abgehandelt wurden.

Kofler und Schmid entwickelten 1978 den ersten deutschen 3 Komponenten- Meßwagen (siehe Bildchen oben ganz links) und der Verfasser stellte sein Know How für diesen Meßwagen zur Verfügung. Die FORTRAN-Programme mußten hierzu auf seinen privat PC "Commodore Pet" auf BASIC umgestellt werde, wobei die Meßwerte lediglich als Spannungsverläufe auf Analogmeßschrieben vorlagen und punktweise in den Rechner einzutippen waren. Durch die eingesetzten 3 Kraftmeßdosen des Meßwagens waren "3 - Komponenten - Tests" wie im Windkanal aber ohne dessen Einschränkungen möglich und es konnten damit Geräte mit Flattersturz- und Tuckneigung erstmals erkannt und eliminiert werden. Aufgrund der protokollierten und quantifizierten Meßergebnisse wurden 1978/79 (lange vor der DHV-Gründung !) erstmals "Gütesiegel" erteilt und das waren Sicherheitszertifikate, welche von der Meßwagenmannschaft,bestehend aus Ali Schmid, Paul Kofler und dem Verfasser nach bestandenen Tests und in Eigenverantwortung vergeben wurde.  Ali Schmid entwickelte um 1980 ebenfalls privat einen speziellen Festigkeitsanhänger.

  Die Gründung des Deutschen Hängegleiterverbandes DHV

Die massenhaften Abstürze jener Zeit lasteten wie ein Alptraum auf der Fliegergemeinde. Mit dem vom Verfasser 1975 gefundenen und im Januar 1976 im Drachenfliegermagazin veröffentlichten "Schränkungsanschlag", später auch "Swiveltip" genannt, gab es schon die Möglichkeit, Drachen prinzipiell sicher zu machen und der Meßwagen eröffnete jetzt die quantitative Überprüfung dazu. Die Meßmannschaft, ihre Einrichtungen und ihr bereits bestehendes Gütesiegel wurden zu Hoffnungsträgern, an denen der DHV bei seiner Gründung Anfang 1980 sozusagen kondensierte.

Bis 1990 waren dann vom Verfasser im DHV-Rahmen ca. 1000 Versionen von Hängegleitern, Ultraleichtflugzeugen, Gleitflugzeugen, Rettungsschirmen usw. untersucht und per Gutachten ausgewertet worden. Dabei wurden sowohl die Meßfahrzeuge als auch die Meßwagentheorie ständig weiterentwickelt, das Gütesiegel erwarb seinen Rang, von dem es heute noch zehrt.

 

Der erste Meßwagen im Einsatz ab 1978 in Malmsheim . Bau: Schmid, Kofler. Gütesiegelrichtlinien und Auswertung: Schönherr. Mit diesem Meßwagen wurden bis 1981 ca. 200 Fluggeräteversionen untersucht und vom Verfasser ausgewertet. Zurück

 

 

 

Opel Diplomat V8 - Meßwagen im Januar 1982 auf dem Fliegerhorst Kaufbeuren. Bau: Schmid / Rostan. Software und Auswertung : Schönherr.

Bereits damals gab es den ersten "Turmlosen" der Fa. Firebird mit CFK-Streben! Die Frontmontage des Prüfobjekts ergab zwar beste Optik aber leider auch instabiles Fahrverhalten. Einige Monate nach dieser Aufnahme stellte sich ein "Vampir"- Drachen bei nächtlicher 80 km/h- Meßfahrt quer und warf das Fahrzeug um mit der Folge von Totalschaden für Drachen und Meßwagen (rechtes Foto). Der Verfasser war mit an Bord, es gab aber nur geringe Verletzungen. Mit diesem Meßwagen wurden 1981/82 etwa 100 Geräteversionen untersucht. Zurück

 

 

 

Bedford Meßwagen 1982 bis 1989 (Rostan, Schmid, Schönherr) Mit diesem Meßwagen wurden etwa 700 Meßfahrten ausgefühert und vom Verfasser ausgewertet. Das Fahrzeug hatte einen 3- Komponenten Präzisions-Meßkopf mit hervorragender Meßqualität, es hatte wesentlichen zum damaligen Rufs des DHV Gütesiegels beigetragen. Zurück

 

 

 

 

Festigkeitsanhänger ab 1982 (oben und unten rechts) Entwicklung und Bau: Ali Schmid (privat). Gütesiegelrichtlinien für Festigkeitstests: Schönherr. Mit diesem nach dem tödlichen Absturz von Ali Schmid im September 1982 vom DHV angekauften Anhänger wurden bis heute über tausend Hängegleiter und Gleitschirme getestet, Einnahmen weit über eine Mio. DM ! zurück

 

 

 

 

1982:Eichflügel mit bekannter Windkanalaerodynamik zur exakten Kalibrierung des Meßwagens. Geplant war die Verleihung europaweit, um alle Meßfahrzeuge aufeinander abstimmen zu können. Entwicklung und Bau des Eichflügels: Schönherr sowie Studenten Baum, Stark. Windkanaltests: Worttmann/Althaus TU Stuttgart. Zurück

 

 

 

Auswerteanlage ab 1980 CBM 8032 mit Floppy -Laufwerk und Drucker. Zum Auswerten wurden die Analogspannungskurven der Meßschriebe von Hand abgegriffen und in den Rechner eingegeben, pro Gerät etwa 150 Werte, in 10 Jahren etwa 150 000 Meßwerte. Das war umständlich aber äußerst zuverlässig und erschwinglich und einer der Gründe für den technischen und finanziellen Erfolg des Gütesiegels. Zurück